Verlorene Wege

Kataster der verlorenen Wege in Bad Karlshafen und Helmarshausen

Kennen Sie noch die Wege, die Sie als Kind mit Ihren Eltern auf den Sonntagsspaziergängen – oft vielleicht auch mit wenig Enthusiasmus – entlanggelaufen sind? Viele dieser Wege gibt es noch heute und glücklicherweise sind sie auch immer noch in einem guten Zustand. Aber das gilt längst nicht für alle diese Wege. Hier möchte ich die Schwarmerinnerung aller Karlshäfer und Helmarshäuser zusammentragen und damit in Erinnerung rufen, welchen Schatz wir eigentlich buchstäblich vor der Tür liegen haben – und dennoch langsam aber sicher verkommen lassen.

Wollen wir etwas für die Stadt tun, so müssen wir – gleichzeitig mit den notwendigen Investitionen und großen Projekten – die Schönheit der Orte und ihrer unmittelbaren Umgebung vor weiterem Zerfall bewahren. Die Wanderwege rund um die Orte sind auch für Touristen sehr attraktiv. Leider wird das von den Verantwortlichen im Schatten von Millionenprojekten gerne vergessen.

Hier nun meine bebilderte Liste der ‚verlorenen Wege‘:

1. Sängertempel – B83

Mei12108261_502007409959929_1989755194427480608_nn erster ‚verlorener Weg‘ führte einstmals die Hessischen Klippen hinunter vom Sängertempel über die Deichmannsgrotte zur B 83. Ein wunderschöner Weg, an den ich noch sehr schöne Erinnerungen habe und der heute leider aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Übrigens: Die Deichmannsgrotte ist keine Grotte, sondern eine kleine Felswand.

2. Carlsplatz – Hugenottenturm

P1030516Der zweite ‚verlorene Weg‘ ist wortwörtlich ein verlorener: Es geht um die Verbindung zwischen Carlsplatz und Hugenottenturm, ebenfalls am Kuhberg und den Hessischen Klippen gelegen. Hier ist es jedoch anders, insofern der Weg vollkommen intakt ist und nur durch den Übergang der Juliushöhe in Privatbesitz plötzlich gesperrt ist und nun nicht mehr durchgängig zu begehen ist. Es ist in meinen Augen vollkommen unverständlich, warum die Stadt hier bei Besitzübergang nicht das Wegerecht berücksichtigt hat oder es nun nicht durchzusetzen vermag. Als ich im Sommer das letzte Mal dort oben war, musste ich an Reiterhof und Hundeschule vorbei Wege begehen, die ebenfalls wie verlorene Wege wirkten (siehe Foto).

3. Die Wege rund um den Charlottenstein

P1030577 P1030578 P1030590 P1030582Kommen wir aus aktuellem Anlass an Tag 3 der verlorenen Wege noch einmal zum Charlottenstein. Ein sachkundiger Freund sagte mir gestern, dass wohl bald die ersten größeren Schäden dort zu erwarten seien. Letztlich ist er wohl dem Verfall preisgegeben. Da hilft es auch nichts, dass ich den Charlottenstein als Motiv für mein Buchcover gewählt habe. 🙂

Man kann nichts beschützen, was sich kaum mehr erreichen lässt: Von den ehemals drei Zuwegen zu diesem Kleinod ist derzeit nur noch einer in einem Zustand, der einen Besuch des Charlottensteins möglich macht.

Der Weg aus Richtung Triftweg/Abendfrieden ist mit einem Holzstoß versperrt und ansonsten in einem schlechten Zustand. Der kleine Zuweg zum Weg zur Himmelsleiter (der mit der kleinen Treppe) ist komplett verschwunden. Lediglich der dritte Weg (links ab von der Verbindung zwischen Brandenberg und Heidelbeerkopf) ist noch begehbar.

4. Der Weg vom Charlottenstein zur Himmelsleiter

Tag 4 der verlorenen Wege schließt sich quasi unmittelbar an Weg 3 an – es ist der Weg zwischen Charlottenstein und Himmelsleiter. Früher konnte man mit Triftweg, Charlottenstein, Himmelsleiter und C-D-Stunz-Weg einen wunderschönen Rundweg entlanglaufen. Hatte man die Himmelsleiter fast erreicht, so sah man schon von weitem den hübschen Platz mit der Bank am Rand der Lichtung. Heute steht die Bank mitten im Gestrüpp und man ist froh, dass man den Weg bis hierhin überhaupt unfallfrei überstanden hat. Der Weg ist ab Charlottenstein in einem erbarmungswürdigem Zustand. Forstfahrzeuge haben tiefe Riefen in den Weg gefahren und überall liegen Totholz und andere Hindernisse erschweren den Weg. Einzig vom C-D-Stunz-Weg ist die Himmelsleiter noch gut zu erreichen. Und wäre sie nicht in Privatinitiative Instand gesetzt worden, wäre ihr Zustand noch wesentlich schlechter.

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5. Die Zuwege zum Hermann-Löns-Platz

P1040330Die fünfte Ausgabe der ‚verlorenen Wege‘ bleibt auf der Anhöhe zwischen Brandenberg und Königsberg: Es geht um den nördlichen und südlichen Zuweg zum ‚Hermann-Löns-Platz‘. Hinweisschilder sind keine mehr vorhanden, nur ein Flatterband zeigt am nördlichen Zuweg den ‚Abzweig‘ in den Wald. Es gibt noch einen südlichen Zuweg hinter dem Abzweig zum Heidelbeerkopf (von der Schutzhütte Brandenberg gesehen).

Wie findet man den Hermann-Löns-Platz?

P1040339I) Vom Rastplatz Brandenberg aus läuft man auf der Teerstraße entlang an der Hessenkanzel vorbei. Der Hermann-Löns-Platz liegt in Laufrichtung rechts, der Zuweg ist durch ein rot-weißes Flatterband gekennzeichnet (siehe Foto). Erreicht man auf der Teerstraße die Abzweigung zum Heidelbeerkopf, so ist man zu weit gelaufen. Man folgt anschließend der Andeutung des Weges nach vorne links. Nach ungefähr hundert Metern hat man den Platz erreicht.

P1040335II) Von Helmarshausen aus läuft man vom Parkplatz in der Nähe der Abzweigung nach Gottsbüren die Teerstraße entlang und an der Schutzhütte Königsberg vorbei. Vor der Abzweigung zum Heidelbeerkopf geht es links in den Wald hinein (siehe Foto).

 

Weitere verlorene Wege aus Sicht der Bürger von Bad Karlshafen und Helmarshausen:

1. Der alte Klippenweg, der vom jetzigen Sky-Walk über die Hannoverschen Klippen nach Würgassen führte.
Anmerkung: Gibt es den „alten“ Weg, der als erster Abschnitt der Wanderung von der Schranke zum Skywalk führte, eigentlich noch?

2. In Vergessenheit gerät auch langsam der Nachtigallenweg, der vom Kaiserstein oberhalb der Fabrik Krebs& Riedel auf den Hauptweg am Kuhberg führt und der seit ca. 15 Jahren gesperrt ist. Angeblich ist auch hier für die Pflege und Instandhaltung kein Geld vorhanden.

3. Der Waldweg zum Forellenhof.

4. Der Weg vom Sperriesgrund im Tal hoch zum Höhenweg Richtung Lug ins Land.

5. Der Weg zum Römerblick (von dort gab es mal ein schönen Blick Richtung Bad Karlshafen)

Für die Identifizierung weiterer vergessener Orte und verlorener Wege bin ich jedoch auf Ihre Mithilfe angewiesen: Lassen Sie mich gerne wissen, wo es solche Orte und Wege rund um Bad Karlshafen und Helmarshausen noch gibt. Schreiben mir gerne eine Mail an info@federstrich3610.de oder nutzen Sie das Kontaktformular.

Vielen Dank!

 

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