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Historische Aussichtspunkte ins Diemeltal – Rütli und Wandererslust

Das Beispiel Charlottenstein zeigt, wie traurig es sein kann, wenn das kulturelle Erbe eines Ortes nicht gepflegt wird und in Vergessenheit gerät. Wer kennt denn noch das ‚Rütli‘ und die ‚Wandererslust‘? Wie an dieser Stelle bereits mehrfach erwähnt, gab es in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts noch wesentlich mehr Aussichtspunkte mit reizvollen Blicken auf beide Orte. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass früher wesentlich mehr gewandert und spaziert wurde. Von den einst 30 Aussichtspunkten sind heute nur noch wenige als solche zu erkennen. Daher führe ich heute meine ‚Mission‘ fort und hole zwei Aussichtspunkte aus ihrem Schattendasein in die kollektive Erinnerung des Ortes zurück. Mag man das ‚Rütli‘ vielleicht noch kennen, bei ‚Wandererslust‘ sieht das schon anders aus.

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Dornröschens derzeit beschränkter Blick

„Vom Lutherplatz durch die Schützenallee, unterhalb des Schießstandes vorbei zum Sängerplatz (Wunderbarer Ausblick ins Diemeltal und auf die Krukenburg“). Dann den Weg weiter über Finkeplatz …“, so heißt es im Wanderführer aus dem Jahre 1938. Heute ist der beschriebene Abschnitt der Einstieg und der erste Teil des wunderbaren Dornröschenweges, der von Bad Karlshafen nach Helmarshausen führt. Die beiden „wunderbaren Ausblicke ins Diemeltal“ sind das Thema dieses Blogbeitrags.

Der Dornröschenweg hat so manches zu erzählen, vermutlich am wenigsten von Dornröschen selbst. Sie wird ihn vermutlich nie gelaufen sein – einen Weg, der kurz oder lang in ihr Dornröschenschloss Sababurg führt. Er war lange Zeit ein Wirtschaftsweg, auf dem Pferdegespanne den für den hiesigen Handel so wertvollen Wesersandstein abtransportiert haben. Ein großer Steinbruch sowie viele kleine Steinbrüche weisen darauf hin, dass hier der ein oder andere Kubikmeter Stein abgebaut wurde. Auch muss es eine ausgeprägte Sangestradition gegeben haben, denn geht man den zuvor beschriebenen Weg an Schießstand vorbei, so kommt man als erstes zum Sängerplatz / Arbeitersängerplatz. Dornröschens derzeit beschränkter Blick weiterlesen

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Kennen Sie Rütli und Schlossblick? – Teil 1: Bestandsaufnahme

Wanderführer alt und neuJede/r in Bad Karlshafen und Helmarshausen kennt die Juliushöhe, den Hugenottenturm und das Schloss. Einige kennen Deichmannsgrotte, Römerblick und den Hermann-Löns-Platz. Aber wie sieht es aus mit der Lindenhöhe, dem Diemelblick, Petrisitz und Rütli? Immer interessiert an alten Unterlagen über die Stadt ist mir vor einiger Zeit die ‚Geschichte der Landschaft und der Stadt Karlshafen mit Führer durch die Umgebung und Dampferfahrplan‘ aus dem Jahr 1938 in die Hände gefallen – freundlicherweise hat mir der Heimatforscher Egon Haake aus Gottsbüren diesen kleinen, für mich so wertvollen Schatz vermacht. Beim sorgfältigen Studium dieses vierundzwanzig Seiten umfassenden Heftchens kamen mir folgende Einsichten, deren Existenz ich vorher nicht bedacht hatte: Erstens ist dieses Heftchen mit seinen neunzehn Spazier- und Wandervorschlägen das Vorbild für die bis vor wenigen Jahren bestehende ‚Wandernadel Bad Karlshafen‘, zweitens hatten einige der noch heute bekannten Plätze und Aussichtspunkte damals andere Namen und drittens sind einige der Plätze und Aussichtspunkte heute nicht mehr bekannt und werden wohl vollkommen Vergessenheit geraten, holt sie nicht jemand aus ihrem Dornröschenschlaf. Daher heute eine kleine, zu meinen bisherigen Ausführungen erweiterte Bestandsaufnahme. Ein zweiter Teil soll dann eine ‚Route der vergessenen Orte und Wege‘ beschreiben.

Ich wette mit Ihnen, dass die meisten der Ortskundigen jedoch schon einmal beim ‚Rütli‘ waren.
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