Hugenottenturm

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Trotzdem es mittlerweile den Weser-Skywalk gibt, ist für mich der schönste Blick über die Stadt immer noch der vom Hugenottenturm. Mit seinen weiten Blickfeld sowohl ins Weser-, als auch ins Diemeltal sollte man keine Gelegenheit auslassen, ihn zu genießen.

Zugegeben, der Weg hinauf zum Hugenottenturm ist etwas beschwerlich, da bis zu seinem Fuße einige Höhenmeter zu überwinden sind.

Ganz links befinden sich die Hannoverschen Klippen mit dem Weser-Skywalk, die man jedoch durch den Bewuchs nicht mehr erkennen kann. Blickt weiter nach rechts, so sieht man die Gartenstadt, den Bahnhof, das Einkaufszentrum und das ehemalige Solefreibad. Längs der Weser zieht sich das weite Band des Campingplatzes entlang. Am rechten Ufer der Weser erkennt man die Weser-Therme und das Carolinum. Davor die Kernstadt mit Hafen, Rathaus und evangelischer Kirche. Im Diemeltal dominieren Invalidenhaus und Marie-Durand-Schule den Blick. Im Hintergrund kann man auch noch die Schleifscheibenfabrik Krebs & Riedel erkennen.

Der Hugenottenturm wurde 1913 fertiggestellt und für Besucher geöffnet. Gestiftet wurde das in Ruinenarchitektur gehaltene und aus Wesersandstein hergestellte Bauwerk vom Bremer Kaufmann und Unternehmer Johann Josef Davin (1855–1920). Davin war stolz auf seine Herkunft und seine Vorfahren und stiftete der Stadt zu ihren Ehren den Hugenottenturm. Am 26. Mai 1913 wurde dieser im Rahmen einer Feierstunde in die Obhut der Stadt übergeben. Die Familie Davin hatte über lange Jahre ein Ferienhaus in Karlshafen, es befand sich in der Straße ‚Unter den Eichen‘ – selbstverständlich mit einem schönen Blick auf den Turm.

Die Stadt Karlshafen machte ihn zum Dank für den schönen Turm zu ihrem Ehrenbürger. Die Homepage der Stadt Bad Karlshafen datiert die Verleihung der Ehrenbürgerwürde interessanterweise auf den 29. April 1913, also gut einen Monat vor der feierlichen Eröffnung. Offensichtlich kannte die Vorfreude der damaligen Stadtväter keine Grenzen, so dass sie nicht einmal den Tag abwarteten, an dem der Turm in ihre Obhut übergeben wurde.

Betrachtet man die verschiedenen bunten oder auch schwarz-weißen Postkarten der Stadt, so kann man sich des Eindrucks nicht verschließen, dass die meisten von ihnen entweder den Hugenottenturm selbst zeigen oder aber dass das jeweilige Motiv von ihm herunter aufgenommen wurde.

Wegbeschreibung Hugenottenturm (folgt)

Quellen und Anregungen zum Weiterlesen

Desel, Jochen (2013): 100 Jahre Hugenottenturm in Bad Karlshafen – Der Stifter Johann Josef Davin und sein Werk, Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets, Band 19, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen.

Bohn, Robert (2000): 1699-1999 Karlshafen – Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Hessischen Planstadt aus der Barockzeit, Beiträge zur Geschichte der Stadt Karlshafen und des Weser-Diemel-Gebiets, Band 11, Verlag des Antiquariats Bernhard Schäfer, Bad Karlshafen.

Regiowiki der Hessisch-/Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung (HNA): Regiowiki HNA.

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