Hermann-Löns-Platz

P1040326Der vor 150 Jahren geborene ‚Heidedichter‘ Hermann Löns hat im stadtnahen Reinhardswald von Bad Karlshafen seinen eigenen Platz, einen ‚Aussichtspunkt auf das reizvolle Diemeltal‘, wie es sinngemäß im Wanderführer von 1938 heißt. Doch wer war dieser Hermann Löns und wo findet man heute seinen Platz? In der Liste der bekannten Löns-Gedenkstätten steht für ‚Bad Karlshafen/Weser‘ folgender Eintrag zu Buche: ‚Löns-Platz mit Löns-Stein‘. Früher war es laut Wanderführer zudem einer der attraktiven Aussichtspunkte der Stadt: „Es folgen kurz hintereinander die drei Aussichtspunkte Hermann-Löns-Platz, Hessenkanzel und Wandererslust. Von diesen drei Punkten biete sich dem Wanderer einer der reizvollsten Anblicke der Umgebung Karlshafens.“

Und heute?

Hermann Löns

Der Namensgeber des Platzes, Hermann Löns, wurde am 29. August 1866 in Culm bei Bromberg in Westpreußen geboren. Er war Journalist und Schriftsteller. Schon zu Lebzeiten ist Löns, dessen Landschaftsideal die Heide war, als Jäger, Natur- und Heimatdichter sowie als Naturforscher und -schützer zum Mythos geworden. Hermann Löns gilt daher auch als Heide-Dichter und Heimatschriftsteller. Die Gesamtauflage aller Löns-Bücher wird gegenwärtig auf rund 10 Millionen Ausgaben geschätzt. Einzelne seiner Bücher wurden auch verfilmt, darunter ‚Rot ist die Liebe‘ und ‚Grün ist die Heide‘.

Wegen seiner nationalistischen Einstellung mit antisemitischen Anflügen sind sein Leben und sein Werk jedoch auch sehr kritisch zu betrachten.

Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 meldete sich Löns als Kriegsfreiwilliger und das, obwohl er hatte keinen Militärdienst abgeleistet hatte, sich in schlechtem gesundheitlichen Zustand befand und bereits 48 Jahre alt war. Er fiel bereits im zweiten Kriegsmonat in Frankreich: am 26. September 1914 bei Loivre in der Nähe von Reims.

Der Hermann-Löns-Platz heute

P1040327Vom ‚Löns-Platz mit Löns-Stein‘ ist heute jedoch nicht mehr viel zu sehen. Der einstige Aussichtspunkt ist zugewachsen, dort steht derzeit lediglich eine mit Moos überwachsene Bank. Der Löns-Stein ist verschwunden, ein Steinhaufen als ‚Fundament‘ zeigt seinen einstigen Standplatz an. Immerhin die Wege zum Platz sind noch vorhanden.

Wie kommt man zum Hermann-Löns-Platz?

Das größte Problem ist es jedoch, den Hermann-Löns-Platz überhaupt zu finden: Wir erinnern uns: Oben hieß es: „Es folgen kurz hintereinander die drei Aussichtspunkte Hermann-Löns-Platz, Hessenkanzel und Wandererslust.“ (Anmerkung: aus Richtung Schutzhütte Königsberg).

I) Aus Richtung Bad Karlshafen

P1040332Vom Rastplatz Brandenberg aus läuft man auf der Teerstraße entlang an der Hessenkanzel vorbei. Der Hermann-Löns-Platz liegt in Laufrichtung rechts, der Zuweg war durch ein rot-weißes Flatterband gekennzeichnet, bei meinem letzten Besuch habe ich es nicht mehr finden können (siehe Foto). Man folgt anschließend der Andeutung des Weges nach vorne links. Nach ungefähr hundert Metern nach recht vorne hat man den Platz erreicht. Kommt man auf der Teerstraße an die Abzweigung zum Heidelbeerkopf, so ist man zu weit gelaufen.

II) Aus Richtung Helmarshausen

P1040335Von Helmarshausen aus läuft man vom Parkplatz in der Nähe der Abzweigung nach Gottsbüren die Teerstraße entlang und an der Schutzhütte Königsberg vorbei. Vor der Abzweigung zum Heidelbeerkopf geht es links in den Wald hinein (siehe Foto).

Derzeit ist für keinen der beiden Zuwege eine Beschilderung vorhanden, die beiden ehemaligen Zuwege lassen sich nur mit scharfer Beobachtung finden.

Quellen und zum Weiterlesen

Artur Meinhard jun. (Hrsg): Geschichte der Landschaft und der Stadt Karlshafen mit Führer durch die Umgebung und Dampferfahrplan, 24 Seiten, 2. Auflage, 1938.

Wikipediaeintrag ‚Hermann Löns‘ (aufgerufen am 2. Juli 2016):
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_L%C3%B6ns

Hermann-Löns-Gedenkstätten (aufgerufen am 2. Juli 2016):
http://www.loens-verband.de/Liste_der_bekannten_Gedenkstatten_02.pdf