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Echte Hingucker: Die Helmars-Häuser

Einige Mitspatzierer konnten sie ja am 5. Februar 2017 bereits selbst in Augenschein nehmen, die Perlen des Diemelortes Helmarshausen, die „Helmars-Häuser“. Eine wunderbare Initiative des Heimatvereins Helmarshausens, historische Häuser und Plätze im Ort mit kleinen Informationstafeln zu versehen, um ihre Eigen- und Besonderheiten zu beschreiben. Und der Ort hat in der Tat viel zu bieten: Ein Schloss, einen Bahnhof, ein Fachwerkhaus, der mal als Szene für einen Tatort diente, eine nicht mehr vorhandene, aber trotzdem bemerkenswerte Mühle, sowie zahlreiche Längsdielenhäuser. Die „Helmars-Häuser“ reichen vom ehemaligen Schloss Bentinck am ehemaligen Krankenhaus bis hin zum ehemaligen Knappschaftskurheim (die heutige Jugendherberge in der Gottsbürener Straße). Sie kennen die „Helmars-Häuser“ noch nicht? Dann wird es aber Zeit, sie kennenzulernen und nebenbei einiges über die Geschichte des dörflichen Helmarshausens zu lernen. Das „dörflich“ mag abwertend klingen, ist aber in diesem Fall ein großes Kompliment für eine tolle Gemeinschaft mit dem Heimatverein Helmarshausen an der Spitze. Neugierig? In meinem Bad-Karlshafen-Blog gibt es eine schöne Beschreibung, wie man die Helmars-Häuser in einem Sonntagsspaziergang einmal ablaufen kann. Echte Hingucker: Die Helmars-Häuser weiterlesen

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Kupetz, Sigrid: Lohnende Umwege

Lohnende UmwegeWas mögen zwölf lohnende Umwege wohl wiegen?

Das Buch ‚Lohnende Umwege‘ von Sigrid Kupetz ist bereits vierzehn Jahre alt und inzwischen auch nur noch antiquarisch erhältlich. Wer jedoch das 2,3 Kilogramm schwere, schwarze Buch in seinem Bücherregal stehen hat, sollte sich glücklich schätzen, allen anderen sei folgender Hinweis gegeben: Es lohnt sich, das Buch antiquarisch zu erwerben. Schon auf dem Titel heißt es: Zwölf Reiserouten im Dreiländereck Nordhessen, Ostwestfalen, Südniedersachsen. Ansiedlungen, Klöster, Kirchen, Burgen, Schlösser, Herrensitze aus 1200 Jahren Geschichte im Oberweserraum.“ Gerade in Zeiten von E-Bikes können heute einige der Strecken sogar umweltfreundlich per Rad erkundet werden. Kupetz, Sigrid: Lohnende Umwege weiterlesen

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1987 – Erster Marktschreier-Wettbewerb ‚rund ums Hafenbecken‘

Foto: D. Steinchen
Foto: D. Steinchen

„Wurst-Herby vor Aal-Jürgen, Blumen-Hannes und Käse-Rüdiger, das ist die Rangfolge des Marktschreier-Wettbewerbs, der am Freitagabend in der Badestadt Karlshafen (Landkreis Kassel) ausgetragen wurde. Bis Sonntagabend findet „rund um das Hafenbecken“ ein großer „Fischmarkt a la Hamburg“ statt, an dem sich 53 „billige Jakobs“ aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligen.“

So beginnt die Notiz in der HNA vom Sonntag, dem 9. August 1987. 2016 findet ein Jubiläum statt, die Marktschreier buhlen in diesem Jahr zum dreißigsten Mal um die Gunst ihres Publikums. Scheinbare persönliche Beleidigungen der Konkurrenz und anzügliche Bemerkungen gehören gestern wie heute zum Geschäft der ‚billigen Jakobs‘, wie man die Besitzer von Buden und Ständen auch heute noch bezeichnet. Leider gibt das Archiv nicht alle Sieger des Wettbewerbs wieder, aber ein paar Schlaglichter aus den ersten vier Jahre des Wettbewerbs machen Lust auf mehr. Also, wie fing es an?
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Karlshafen – von Naturschönheiten reich begnadet!

Drei Wanderführer„Umgeben von den bewaldeten bis hart an die Weser heranreichenden steilen Höhen des Sollings und des Reinhardswaldes liegt in ein enges Tal eingebettet das von Naturschönheiten reich begnadete Karlshafen. Von vielen Aussichtspunkten bietet sich dem Auge ein immer wechselndes Bild. Ein besonders eindrucksvolles Bild von Karlshafen gewinnt man von der Bergwirtschaft Juliushöhe. Karlshafen bietet durch seine an die Stadt heranreichenden Waldungen reichlich Gelegenheit zu schönen Spaziergängen und wird darum von Fremden gerne aufgesucht. Die Zahl der Erholungssuchenden nimmt von Jahr zu Jahr zu.“

So heißt es in Müllers Führer durch die Umgebung von Solbad Karlshafen (Oberweser).

Bevor ich an dieser Stelle eine Liste über alle 30 (!) mir bekannten Aussichtspunkte auf (nun) Bad Karlshafen von Reinhardswald, Solling und Kuhberg veröffentliche, noch einige grundsätzliche Anmerkungen: Auch wenn ich mich gelegentlich wiederholen sollte und mancher den Neuigkeitsgehalt meiner Blogs vermissen sollte, bin ich fester Anhänger der Philosophie „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Zwei Beispiele: Vor einigen Wochen wies Rogerus Mons auf seiner Facebook-Seite ‚Bad Karlshafen & Helmarshausen‘ (Link siehe unten) darauf hin, dass der ansonsten herrliche Blick vom Hugenottenturm auf die Stadt derzeit durch Bewuchs stark eingeschränkt sei. Es dauerte nicht lange und man konnte wieder den – meiner Meinung nach schönsten – Blick auf die Stadt genießen. Zweitens konstituiert sich gerade innerhalb des erst kürzlich gegründeten Bürgervereins Karlshafen-Helmarshausen (Link siehe unten) eine Projektgruppe, die sich die Reaktivierung einiger der schönsten Waldwege in der Umgebung von Bad Karlshafen und Helmarshausen zum Ziel gesetzt hat. Ihr erstes Treffen findet am 17. August 2016 statt.

Seien Sie also in der Folge gespannt auf ‚Wandererslust‘, ‚Milchhäuschen‘ und ‚Teufelskanzel‘. Karlshafen – von Naturschönheiten reich begnadet! weiterlesen

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Buchvorstellung ‚Die Oberweserdampfschifffahrt‘

Buch OberweserdampfschifffahrtBereits vor drei Jahren ist im Suttonverlag ein Buch erschienen, dass für viele an den Ufern der oberen Weser von Interesse sein dürfte – ‚Die Oberweserdampfschifffahrt‘ von Jan Kruse, nach Angaben des Verlags ‚Kapitän und profunder Kenner der Weserschifffahrtsgeschichte‘. Ich habe das Buch bei einem Besuch des Antiquariats in Bad Karlshafen entdeckt und bereits beim Durchblättern viele Bilder des alten Carlshafen gefunden. Das kleine Büchlein beinhaltet so interessante Informationen wie beispielsweise die Erläuterung der alten Reedereiflagge, die bis 1964 auf den Schiffen der Oberweser-Schifffahrt wehte: Sie war rot-weiß-rot mit dem Hameler Mühlstein, umrahmt von zwei Stockankern. Die planmäßige Schifffahrt wurde 1883 aufgenommen, doch bereits im Jahr des zweihundertsten Geburtstags von Carlshafen trat im März 1899 der Raddampfer ‚Herzog von Cambridge‘ von Bremen aus seine 366 Kilometer lange Reise an den Mündungsort von Fulda und Werra an. Eine neue Zeitrechnung hatte begonnen … Buchvorstellung ‚Die Oberweserdampfschifffahrt‘ weiterlesen

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Ein Nachmittag im Karlshafener Freibad

P1040399Erinnert ihr euch nicht auch noch gerne daran zurück: an die Sommerferien, endlich würde es ein heißer Tag werden und man hatte nichts anderes vor, als spätestens nach dem Mittagessen ins Mineralfreibad aufzubrechen, um den Rest des Tages dort zu verbringen? Man kam dann auf die Weserbrücke und stellte zu seiner Enttäuschung fest: Der Drei-Meter-Turm war bereits gesperrt, es musste also schon zu dieser frühen Stunde bereits brechend voll sein. Aber egal, es würde trotzdem ein toller Nachmittag werden …

Heute möchte ich euch mitnehmen, eine meiner schönsten Erinnerungen aus Kinder- und Jugendtagen mit mir zu teilen: Die Zeit im Freibad. Ich hatte den Text bereits 2012 in der Facebookgruppe ‚Du kommst aus Karlshafen, wenn …‘ veröffentlicht. Doch freue mich bereits seit Monaten darauf, ihn heute noch einmal zu veröffentlichen. Ein Nachmittag im Karlshafener Freibad weiterlesen

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Vergessene Orte: Der Hermann-Löns-Platz

P1040326Der vor 150 Jahren geborene ‚Heidedichter‘ Hermann Löns hat im stadtnahen Reinhardswald von Bad Karlshafen seinen eigenen Platz, einen ‚Aussichtspunkt auf das reizvolle Diemeltal‘, wie es sinngemäß im Wanderführer von 1938 heißt. Doch wer war dieser Hermann Löns und wo findet man heute seinen Platz? In der Liste der bekannten Löns-Gedenkstätten steht für ‚Bad Karlshafen/Weser‘ folgender Eintrag zu Buche: ‚Löns-Platz mit Löns-Stein‘. Früher war es laut Wanderführer zudem einer der attraktiven Aussichtspunkte der Stadt: „Es folgen kurz hintereinander die drei Aussichtspunkte Hermann-Löns-Platz, Hessenkanzel und Wandererslust. Von diesen drei Punkten biete sich dem Wanderer einer der reizvollsten Anblicke der Umgebung Karlshafens.“

Und heute? Vergessene Orte: Der Hermann-Löns-Platz weiterlesen

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Sonderausgabe: ‚Bad Karlshafen 2.0‘ erschienen!

IMG_0444Endlich ist es soweit: Der Sammelband ‚Bad Karlshafen 2.0 – Visionäres Kopfkino für die nördlichste Stadt Hessens‘ ist als Taschenbuch und eBook erschienen. Das ‚utopische Traktat‘ beinhaltet fünfundzwanzig fiktive Kurzgeschichten, die Bad Karlshafen und Helmarshausen in den Jahren 2018, 2019, 2020 und 2024 zeigen. Lassen Sie sich verzaubern von Stocherkähne auf dem Hafen, einer Stadtthemenführung zur Carlsbahn, das Open-Air-Kino auf dem ehemaligen Schwimmbadgelände sowie den Spaziergang durch den neuen Hafengarten.

Und darum geht es (Klappentext):

Ist die nordhessische Ortschaft Bad Karlshafen eine abgewohnte Stadt ohne Zukunft? Sicherlich nur, wenn ihre Bewohner das zulassen. Was die Verantwortlichen – gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern – aus dem Ort machen könnten, dies zeigt der Essayband ›Bad Karlshafen 2.0‹.
Das Gedankenexperiment beginnt im Jahr 2018 und zeichnet anhand lebendiger Kurzgeschichten ein so ganz anderes Bild von Bad Karlshafen und Helmarshausen – getreu dem Motto des Glockenspiels ›Die Gedanken sind frei‹, welches täglich um 17.00 Uhr vom Rathausturm der Stadt ertönt.
Ein Buch für Visionäre, sicher. Doch in der Stadt ist die Zeit für Bedenkenträger und Lethargiker bereits lange abgelaufen. Dieses Buch soll Mut machen – für die Zukunft einer Stadt, die für viele von uns ihr persönlicher Lieblingsort ist.
Sind Sie bereit für eine Zeitreise in die Jahre 2018, 2019, 2020 und 2024?
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Kennen Sie Rütli und Schlossblick? – Teil 2: ‚Wandererslust‘ 1938 reloaded

P1040604Gehen Sie heute mit mir achtundsiebzig Jahre in der Zeit zurück und stellen Sie sich vor, wie eine Familie an einem Sonntagmittag bei Rehbraten oder Erbseneintopf die Fragen diskutiert, wo denn der anstehende Sonntagsspaziergang entlangführen sollte. Vater möchte gerne zum Hugenottenturm und nach Herstelle, doch schließlich können ihn die Mutter und ihre drei Töchter beim Griesbrei mit Himbeeren zu einer weniger anstrengenden Tour überreden: In den Reinhardswald soll es gehen, hinauf zu ‚Rütli‘ und ‚Wanderslust‘. Das größte Problem der Mutter würde auf dieser Route vermutlich darin bestehen, den Vater davon abzuhalten, in der Bahnhofsgaststätte ein Bier zu trinken – denn dann müssten die vier Frauen wohl ihren Weg alleine fortsetzen.

„Magda, hol doch bitte mal die ‚Geschichte der Landschaft und der Stadt Karlshafen mit Führer durch die Umgebung und Dampferfahrplan‘ aus meiner Schreibtischschublade und schau dir an, wo wir lang laufen müssen.“ Stolz würde die Zwölfjährige sich auch alles genau einprägen – schließlich hatte sie heute die Verantwortung.

Kommen Sie mit auf eine Reise durch Raum und Zeit – auf einer Strecke, von deren Schönheit ich mich erst kürzlich wieder überzeugen konnte und die einen wirklich vergessen lässt, in welchem Jahr man eigentlich lebt.
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Kennen Sie Rütli und Schlossblick? – Teil 1: Bestandsaufnahme

Wanderführer alt und neuJede/r in Bad Karlshafen und Helmarshausen kennt die Juliushöhe, den Hugenottenturm und das Schloss. Einige kennen Deichmannsgrotte, Römerblick und den Hermann-Löns-Platz. Aber wie sieht es aus mit der Lindenhöhe, dem Diemelblick, Petrisitz und Rütli? Immer interessiert an alten Unterlagen über die Stadt ist mir vor einiger Zeit die ‚Geschichte der Landschaft und der Stadt Karlshafen mit Führer durch die Umgebung und Dampferfahrplan‘ aus dem Jahr 1938 in die Hände gefallen – freundlicherweise hat mir der Heimatforscher Egon Haake aus Gottsbüren diesen kleinen, für mich so wertvollen Schatz vermacht. Beim sorgfältigen Studium dieses vierundzwanzig Seiten umfassenden Heftchens kamen mir folgende Einsichten, deren Existenz ich vorher nicht bedacht hatte: Erstens ist dieses Heftchen mit seinen neunzehn Spazier- und Wandervorschlägen das Vorbild für die bis vor wenigen Jahren bestehende ‚Wandernadel Bad Karlshafen‘, zweitens hatten einige der noch heute bekannten Plätze und Aussichtspunkte damals andere Namen und drittens sind einige der Plätze und Aussichtspunkte heute nicht mehr bekannt und werden wohl vollkommen Vergessenheit geraten, holt sie nicht jemand aus ihrem Dornröschenschlaf. Daher heute eine kleine, zu meinen bisherigen Ausführungen erweiterte Bestandsaufnahme. Ein zweiter Teil soll dann eine ‚Route der vergessenen Orte und Wege‘ beschreiben.

Ich wette mit Ihnen, dass die meisten der Ortskundigen jedoch schon einmal beim ‚Rütli‘ waren.
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