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Faszination Carlsbahn – Teil 1: Materialsammlung

Die Idee zu einem Carlsbahn-Blog kam mir, als ich im November 2015 in der Eisdiele in Bad Karlshafen saß und zufällig mit einem Mann ins Gespräch kam, der gerne eine Wiedereröffnung der alten Carlsbahn erleben würde. Es gibt, so wurde mir in diesem Augenblick klar, neben mir auch noch andere Menschen, die sich für diese längst begrabene Eisenbahntrasse interessieren. Und das, obwohl die meisten von uns nicht die Gelegenheit hatten, jemals auch nur einen Kilometer mit der Carlsbahn zu fahren.

Lesen Sie heute im ersten Teil einer vierteiligen Reihe, wie Sie mehr über die Carlsbahn und ihre Geschichte erfahren können. Der Theorie folgt die Praxis (Teil 2), der Praxis die Fiktion (Teil 3). Letztlich, und das zeigt der vierte Teil dieser kleinen Serie, ist alles nur ein Spiel.

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Vergessene Orte: Schillerplatz / Schillerhain

P1030521Warum gibt es auf den Hessischen Klippen einen ‚Schillerplatz‘? Leicht zu finden ist er ja, er liegt auf dem Kuhberg, direkt hinter dem ‚Platz der Heimatvertriebenen‘. Welche Verbindung gibt es zwischen dem 1802 geadelten Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar, Württemberg; † 9. Mai 1805 in Weimar, Sachsen-Weimar) und der Stadt an der Weser?
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Schneevergnügen

P10403081.100 Meter, 150 Meter Höhendifferenz und 15 Minuten Fussweg – nackte Zahlen für ein wunderbares Erlebnis aus meiner Kindheit und Jugend: Die Schlittenfahrt von der (ehemaligen) Schutzhütte Brandenberg, an Hochbehälter und Eisenbahnerheim vorbei den Triftweg hinunter und an der Evangelischen Kirche vorbei bis zur Hafenmauer. Heute möchte ich noch einmal so richtig mit Ihnen Schlitten fahren … Schneevergnügen weiterlesen

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1980 – Eröffnung des Deutschen Hugenotten-Museums

DP1030462as gesamte Jahr 1980 wurden 52 US-Diplomaten in Teheran als Geiseln festgehalten (insgesamt 444 Tage vom 4. November 1979 bis zum 20. Januar 1981), Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß von der CSU verliert die Bundestagswahl gegen Amtsinhaber Helmut Schmidt (SPD) und Ernő Rubiks ‚Zauberwürfel‘ beginnt seinen Siegeszug in deutschen Spielzeugläden.

In Bad Karlshafen wird am 18. Oktober besagten Jahres das Hugenotten-Museum in der Gerbergasse / An der Schlagd feierlich eröffnet. Träger des Museums ist der Verein Hugenotten-Museum Bad Karlshafen e. V. Die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft und die Stadt Bad Karlshafen unterstützen ihn dabei.   1980 – Eröffnung des Deutschen Hugenotten-Museums weiterlesen

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Hessenkanzel

P1040355Fährt man auf der B83 zwischen Bad Karlshafen und Helmarshausen entlang, so kann man ihn bereits deutlich erkennen, den ehemaligen Steinbruch hoch oben im Reinhardswald. Begibt man sich über den Dornröschenweg zu seinen Füßen, so gelangt man zum ‚Falkenhorst‘. Geht man jedoch den Triftweg hinauf am Hochbehälter vorbei bis zum Rastplatz Brandenberg, so liegt rechts im Wald die ‚Hessenkanzel‘ – aufgrund ihrer Lage einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt. Hessenkanzel weiterlesen

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Die Straßen von Bad Karlshafen

Teil 2: Dichter und Denker

Der zweite Teil der Betrachtung der Ortsteile Bad Karlshafen und Helmarshausen anhand ihrer Straßennamen in der Reihe ‚Die Straßen von Bad Karlshafen‘ trägt den Titel ‚Dichter und Denker‘.

Insgesamt konnte ich bei meinen Recherchen zwölf Geistesgrößen ermitteln, die ich im folgenden gerne kurz beschreiben möchte. Natürlich sind es in der Hauptsache Schriftsteller, aber auch Philosophen und Theologen. Es befinden sich beispielsweise Dreiviertel der Dichter darunter, die man zum ‚Viergestirn der Weimarer Klassik‘ zählt. Dazu kommen ein Literaturnobelpreisträger sowie ein Heimatdichter, der aufgrund seiner Nähe zum Nationalsozialismus nicht unumstritten ist.

Beträgt das Verhältnis der insgesamt 82 Straßen in der Summe 45 (Bad Karlshafen) zu 37 (Helmarshausen), so ist die intellektuell beeinflusste Namensgebung mit sechs zu sechs vollkommen ausgeglichen und bezogen auf Straßen- (und Einwohner)-zahl in Helmarshausen sogar höher.

Die Bedeutung eines Straßennamens konnte nicht ermittelt werden: In Helmarshausen gibt es einen ‚Heydenweg‘ – die Untersuchungen gehen jedoch weiter. Die Straßen von Bad Karlshafen weiterlesen

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Vergessene Orte und verlorene Wege

P1030583Wie einige von Ihnen bereits wissen, habe ich in einem meiner Beiträge auf der Blogseite über meine Heimatstadt Bad Karlshafen unter der Rubrik ‚Vergessene Orte‘ bereits einen Artikel über den Charlottenstein verfasst. Ich kenne den Charlottenstein – ebenso wie die Himmelsleiter und die Hessenkanzel – bereits seit meiner frühesten Kindheit. Wir haben dort gespielt, sind in den alten Steinbrüchen herumgeklettert und haben im Wald so manche Hütte gebaut. Wenn ich jedoch heute einmal wieder die alten Wege entlanggehe, so macht es mich traurig, sowohl die Monumente als auch die Wege in einem derart schlechten Zustand zu sehen.

Ich möchte in diesem Blogbeitrag die Erinnerung zurückholen an die Stätten unserer Kindheit und Jugend – egal ob in Bad Karlshafen oder Helmarshausen -, die Schönheit mancher Flecken in unserer unmittelbaren Nähe betonen und ihren Wert für ein touristisches Gesamtkonzept für die Stadt herausstellen.

Reden ist das eine, aktiv etwas tun etwas anderes. Warum also nicht so initiativ werden wie die Menschen, die am Radweg die zwischen Helmarshausen und Wülmersen eine vom Sturm zerstörte Schutzhütte wieder errichtet haben (HNA, 29.09.15). Oder das Beispiel ‚Himmelsleiter‘: Dort hat eine Privatperson die nicht mehr trittsicheren Stufen der langen Treppe in Eigeninitiative wieder hergestellt.

Chapeau für solch einen Einsatz!

Lesen Sie mehr über „Wie es war.“, „Wie es ist.“„Wie es sein könnte.“ Erfahren Sie, wie Sie sich daran beteiligen können, unseren ‚Märchenwald‘ wieder zu dem zu machen, was er früher einmal war.

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1715 – Grundsteinlegung für das ehemalige Pack- und Lagerhaus und jetzige Rathaus

P1030453Wir schreiben das Jahr 1715: Auf den Peleponnes und in Kroatien tobt der ‚Venezianisch-Österreichische Türkenkrieg‘ und der Tod des Sonnenkönigs Ludwig XIV beendete die längste Regentschaft eines französischen Monarchen. Im gleichen Jahr, als der kleine Ort Sieburg mit seinen 16 Jahren mitten in seiner Pubertät steckte, wurde mit der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlosses die Stadt Karlsruhe begründet – sie ist also jünger als das jetzige Bad Karlshafen (Quelle: Wikipedia).

Am 8. Juli 1715 erfolgte die Grundsteinlegung für das sogenannte Pack- und Lagerhaus am Hafenplatz, das heutige Rathaus der Stadt Bad Karlshafen. Begleiten Sie mich also gerne zurück in die Geschichte des ehemaligen Pack- und Lagerhauses, eines landgräflichen ‚Absteigequartiers‘ und späteren Rathauses.

Was ist Ihre erste Erinnerung an das Rathaus der Stadt Bad Karlshafen? Meine ist, dass wir in der ersten Hälfte der siebziger Jahre auf der mächtigen Holztreppe des Rathauses standen und auf unsere Schluckimpfung warteten. Wir, das waren die Grundschüler der Sieburgschule des Einschulungsjahrgangs 1973. Lang ist es her – seitdem war ich oft dort, um alle möglichen Formalitäten zu erledigen – in der ‚landgräflichen Absteige‘. Doch dazu mehr im vollständigen Beitrag. 1715 – Grundsteinlegung für das ehemalige Pack- und Lagerhaus und jetzige Rathaus weiterlesen

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Jochen Desel: Die Geschichte der Kirchen in der Hugenottenstadt Karlshafen

Buch DeselWer kennt es nicht von früher: Es war der Sonntagmorgen und man bereitete sich mehr oder weniger freudig auf den Kirchgang vor. Ob nun gläubiger Kirchgänger nach Sankt Michael, launiger Konfirmand von Sankt Stephanus oder Mitglied der neuapostolischen Gemeinde auf dem Weg ins Invalidenhaus – der Sonntagmorgen gehörte früher fest der jeweiligen Kirchengemeinde.

Jochen Desel beschreibt als Herausgeber in seinem Büchlein „Die Geschichte der Kirchen in der Hugenottenstadt Karlshafen“ einen spannenden Teil der Ortsgeschichte, der so den Wenigsten bekannt sein dürfte. Oder wussten Sie, dass die Gläubigen früher mittels eines Glockenturms am Triftweg zur heiligen Messe gerufen wurden? Herr Desel wird Ihnen in seinem Buch auch verraten, dass zwei der drei Glocken im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden, um aus ihnen Waffen herzustellen. Erfahren Sie in dieser Buchbesprechung mehr über einen bislang wenig bekannten Teil der Stadtgeschichte. Und das Kirchengeschichte nicht unbedingt langweilig sein muss, zeigt dieses Buch allen Interessenten sehr eindrucksvoll. Jochen Desel: Die Geschichte der Kirchen in der Hugenottenstadt Karlshafen weiterlesen

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Deutsche Bundespost, Postamt Karlshafen, 3522 Karlshafen

P1040297Steht man vor diesem wundervollen Portal aus dem Jahr 1892, so kann man sich zunächst gar nicht mehr darin erinnern, dass man früher quasi täglich durch diese alte Tür gegangen ist. Wir stehen vor dem alten Postamt, in dem sich heute ein privates Wohnhaus befindet. Früher war es – gemeinsam mit dem alten Bahnhof – quasi das Kommunikationszentrum der Stadt. Für das Gebäude musste übrigens der alte Friedhof weichen, der sich an dieser Stelle bergan befand.

Heute unterhält die Deutsche Post AG – oder wie sie damals noch hieß ‚Deutsche Bundespost‘ immer weniger richtige Postämter. So ist es auch in Bad Karlshafen. Nach dem Wechsel in das Gebäude ‚An der Schlagd‘ wurde es eine ‚Postagentur‘, die zunächst im Einkaufszentrum auf der rechten Weserseite beheimatet war, bevor sie ihren jetzigen Standort, das Buch und Schreibwarengeschäft Meinhardt in der Weserstraße, bezog. Können Sie sich noch einen Briefträger erinnern, der jeden Berg hinauf und zu Fuß von Haus zu Haus ging? Oder das erste Telegramm?

Genau darum soll es heute gehen, wir unternehmen eine kleine Zeitreise in die Siebziger Jahre. Die Epoche, wo noch der immer freundliche Herr Heeger dem städtischen Postamt vorgestanden hat. Kommen Sie jetzt in Gedanken mit mir durch die schwere Eingangstür, so stehen Sie plötzlich wieder in der hohen Vorhalle mit der steinernen Treppe und dem Fenster auf der rechten Seite. Dort, etwas weiter oben, in der Ecke, befand sich die Telefonzelle, an der Wand links war die Tür, die in die Schalterhalle führte.

Na, kommen die Erinnerungen langsam zurück? Deutsche Bundespost, Postamt Karlshafen, 3522 Karlshafen weiterlesen